PROJEKTE


Die Arbeitsgruppe Pädiatrische Epilepsiegenetik an der Klinik für Neuropädiatrie beschäftigt sich im Rahmen verschiedener Projekte mit unterschiedlichen Aspekten der Genetik der Epilepsien des Kindesalters.

 

EPILEPTISCHE ENZEPHALOPATHIEN

Ein Schwerpunkt unserer Arbeitsgruppe liegt in der Erforschung der Genetik seltener Epilepsieformen des Kindesalters und epileptischer Enzephalopathien.

Epileptische Enzephalopathien sind schwer verlaufende Epilepsien, bei denen die Epilepsie sowie ausgeprägte epileptische Aktivität im Gehirn zu einer zunehmenden und über die Problematik der Epilepsie hinausgehenden Schädigung von Hirnfunktionen führt. Meist beginnen sie in den ersten Lebensjahren. Sie sind gekennzeichnet durch einen therapieschwierigen Verlauf sowie multiple Komorbiditäten. Die einzelnen Erkrankungsformen sind selten; in ihrer Gesamtheit und in der Bedeutung für die betroffenen Patienten sind sie jedoch durchaus bedeutungsvoll.

Die Bedeutung genetischer Grundlagen für seltene und schwer verlaufende Epilepsien und epileptische Enzephalopathien wird zunehmend erkannt. In verschiedenen Projekten sollen die genetischen Grundlagen dieser Epilepsieformen aufgeklärt werden. Neben genetischen Untersuchungen ist dabei die klinische Beschreibung der oft komplexen und heterogenen Krankheitsbilder für die Erforschung dieser Erkrankungen besonders wichtig. Wir arbeiten hierzu in verschiedenen Forschungsverbünden (EuroEPINOMICS, Epi25) mit wissenschaftlichen Partnern weltweit zusammen.

FAMILIÄRE EPILEPSIEFORMEN

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit Partnern in Israel und Palästina interessieren uns besonders familiäre Epilepsieformen. Es konnten bis jetzt > 150 Familien rekrutiert und für die Teilnahme an diesem Forschungsprojekt gewonnen werden. Aktuell werden genetische Untersuchungen zur Klärung der Ursachen von Epilepsien und Entwicklungsverzögerungen in den Familien durchgeführt.

COPY NUMBER VARIATIONEN

Verschiedene Projekte unserer Arbeitsgruppe haben sich mit der Analyse von copy number variations bei unterschiedlichen Epilepsiesyndromen beschäftigt. Copy number variations beschreiben Zugewinne (duplications) oder Verluste (deletions) chromosomaler Abschnitte unterschiedlicher Größe (1 kb bis mehrere Mb).

Im Rahmen einer EU-weiten Kooperation zur Erforschung der Pathogenese von Epilepsien (EPICURE) konnte unsere Arbeitsgruppe erstmals eine Mikrodeletion im Bereich des Chromosoms 15q13.3 als bedeutsamen Risikofaktor für IGE identifizieren und in nachfolgenden Kollaborationsprojekten bestätigen.

Zusammen mit den Partnern des EPICURE Konsortiums folgte die Beschreibung einer signifikanten Assoziation zwischen Deletionen der chromosomalen Regionen 15q11.2 und 16p13.11 und dem Phänotyp der idiopathisch generalisierten Epilepsien.

In weiteren Projekten konnten wir das Auftreten von copy number variations bei anderen Epilepsieformen beschreiben. Diese Arbeiten wurden in Kooperationen mit dem Institut für klinische Molekularbiologie (Prof. S. Schreiber, Christian Albrechts Universität Kiel) und dem Institut für Humangenetik (Prof. R. Siebert, UK-SH Kiel), dem Dänischen Epilepsiezentrum Dianalund (H. Hjalgrim, Rikke Stensbjerre Møller) und dem Institut für Medizinsche Genetik (Prof. N. Tommerup, Universität Kopenhagen, Dänemark), den Abteilungen für Pädiatrie und Genomforschung (H. Mefford, University of Washington, Seattle, Washington, USA) sowie weiteren Kooperationspartnern durchgeführt.Die meisten Projekte in diesem Bereich sind aktuell abgeschlossen.

Weiterhin ist die Arbeitsgruppe durch verschiedene Kooperationen und die Bereitstellung von Proben an zahlreichen Projekten in Deutschland und weltweit beteiligt.

Durch die langjährige und weiterhin aktiv durchgeführte Rekrutierung von Patienten und Probanden mit Photosensibilität sowie verschiedenen Epilepsien des Kindes- und Jugendalters, insbesondere in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel und dem Norddeutschen Epilepsiezentrum in Raisdorf, steht der Arbeitsgruppe eine Datenbank mit derzeit mehr als 4000 DNA-Proben zur Verfügung.


FÖRDERUNG

Unsere Projekte werden durch die Christian-Albrechts- Universität zu Kiel und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt. In der Vergangenheit wurden Projekte durch die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.


Mehr Informationen?

 

Wenn Sie mehr über unsere Forschungsprojekte wissen wollen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

info@epilepsiegenetik.de